Ruhe im Teegarten

2018
Five piece of wood table with ceramic legs, ceramic tee pots and cups, four different herbs, carpet,  sitting cusions Dimensions and sizes variable

Die Installation „Ruhe im Teegarten" zeigt einen geschlossenen Raum, die Decke ist mit einem weißen Tuch bedeckt. An die Wände sind weiße Regale montiert, auf denen vier verschiedene Kräuter jeweils 100fach ausgestellt sind. Im Raum sind fünf verschieden geformte Tische platziert, deren Beine aus unterschiedlich farbiger Keramik gestaltet sind und an Tassenhenkel erinnern sollen. Die Tische aus Wurzelholz sind so niedrig gehalten, dass kein Stuhl erforderlich ist und man direkt auf dem Boden Platz nehmen kann. Die räumliche wie auch farbliche Komposition der Installation spiegelt meine eigene malerische Bildsprache wieder. Für Besucher führe ich eine Performance in Form einer persönlichen Teezeremonie durch. Die Zeremonie wird mit einem der Kräuter von der Wand durchgeführt und dauert ungefähr ein bis zwei Minuten. Danach können die Besucher nach eigenem Belieben so lange bleiben, wie sie mögen. Mit dieser Teezeremonie möchte ich nicht nur die asiatische Kultur repräsentieren, sondern verfolge auch einen altruistischen Zweck, nämlich der schnelllebigen Gesellschaft einen Moment der Ruhe und Entspannung zu schenken. Der Teegarten ist von der Umwelt getrennt und kann daher teilweise auch fremd wirken.
Mit der Arbeit „Ruhe im Teegarten“ identifiziere ich mich sehr, da ich innerhalb dieser Installation westliche und asiatische Kultur miteinander verbinden konnte. Mittlerweile ist Teetrinken in Deutschland alltäglich, in Korea ist Teetrinken Teil der kulturellen Identität und Geschichte. In dieser Installation führe ich zudem ein Experiment durch: In Asien wird generell kaum mit frischen Kräutern Tee zubereitet . Dies ist eher ein westliches Phänomen. Diesen Umstand verband ich nun mit einem typisch asiatischen Merkmal: Dort nehmen die Menschen ihren Tee auf dem Boden ein.
Durch die aktive Teilnahme der Besucher werden diese auch immer Teil der Installation und gestalten diese künstlerisch mit, da die Betrachter die Möglichkeit haben, den Tisch und die Teetasse nach persönlichen Vorlieben auszuwählen. Ich bezeichne meine Kunst allerdings nicht als Mitmachkunst, der Betrachter ist zwar Teil der Kunst, jedoch eher im Sinne einer Performance.